Cottbus initiiert "Modellregion Pflege" in Cottbus und Südbrandenburg

  Wirtschaft

In der Stadt Cottbus gibt es seit längerer Zeit Aktivitäten zur Behebung des Pflegenotstands. Mit dem Pflegestützpunkt in Cottbus hat die Stadt ihren gesetzlichen Auftrag zur Gestaltung einer kommunalen Pflegeplanung früh wahrgenommen und mit dem gerontopsychiatrischen Verbund einen wichtigen Partner an der Seite. Um der negativen Entwicklung im Pflege- und Gesundheitsbereich weiter entgegenzuwirken, hat Cottbus mit der EGC Wirtschaftsförderung ein spezielles Konzept entwickelt, das die gezielte Anwerbung ausländischer Fachkräfte vorsieht.

Blickt man auf die Fachkräfteentwicklung in der Pflege in den nächsten 20 Jahren wird schnell deutlich, dass die bereits laufenden Maßnahmen – auch unter Einbezug der Agentur für Arbeit und deren Projekte zur Berufsorientierung und Akquisitionsbemühungen im Ausland – und die Kraft der Stadt Cottbus allein nicht ausreichen werden, um den Pflegenotstand langfristig zu beheben. Dies ist unter anderem der prognostizierten Bevölkerungsentwicklung in Deutschland geschuldet. Ein Weiterdenken und ein starkes Bündnis für Stadt und Landkreise sind notwendig, um der negativen Entwicklung im Bereich der Pflege konsequent entgegenzutreten. Das Konzept "Modellregion Pflege Cottbus und Niederlausitz" soll Zeichen dessen sein. In enger Zusammenarbeit wurde es von der Stadtverwaltung Cottbus, der Sozialdezernentin Maren Dieckmann, der städtischen Wirtschaftsförderung Cottbus (EGC) und Andrea Stewig-Nitschke, der Pflegedirektorin des städtischen Carl-Thiem-Klinikums, sowie weiteren Partnern entwickelt. 

Ziel der "Modellregion Pflege" ist es, die politischen Entscheidungsträger auf Landes- und Bundesebene auf die Probleme der Region im Pflegebereich aufmerksam zu machen und pragmatische, zügige Unterstützung bei der Umsetzung der skizzierten Vorschläge einzufordern. Es gilt, bis zum Jahr 2040 einen Mehrbedarf an knapp 2.000 Pflegekräften für Cottbus und Spree Neiße zu kompensieren. Für das gesamte Bundesland Brandenburg ergibt sich daraus ein Mehrbedarf von ca. 26.600 Mitarbeitern. 

Berufsanerkennung von Fachkräften aus dem Ausland

Schnelle Lösungen im Inland sind aufgrund fehlender deutscher Fachkräfte jedoch nicht zu erwarten. Eine stärkere Berufsorientierung muss angestrebt werden, um junge Menschen vermehrt für die pflegerische Ausbildung bzw. ein Studium im Pflegebereich (auch berufsbegleitend) zu gewinnen. Auch die Umschulung von Quereinsteigern sowie bessere Rahmenbedingungen in der Bildungs- und Familienpolitik des Landes und Bundes sind grundlegende Voraussetzungen zur Behebung des Mangels in den nächsten beiden Jahrzehnten. 

Schwerpunkt für die kurzfristige Sicherung der pflegerischen Versorgung ist daher die Akquise bereits ausgebildeter ausländischer Fachkräfte, deren zügige Berufsanerkennung sowie das Rekruiting von Auszubildenden aus dem (nicht)europäischen Ausland. Der Ausbau der bereits vorhandenen Community vor Ort ist weiterer Bestandteil des Konzepts, um die Fachkräfte langfristig an die Region zu binden.

Zusammenarbeit der Akteure wichtiger denn je

 

Gefördert aus Mitteln des Bundes und des Landes Brandenburg im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe: „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur” – GRW Infrastruktur